Ho Chi Minh City (Saigon)

Fr. 27.04.2012 – So. 29.04.2012

Durch den Flug anstelle der Busfahrt kam ich schon am frühen Nachmittag in Ho Chi Minh City an und hatte daher noch den ganzen Nachmittag um mir schon mal die Stadt anzuschauen…. Allerdings ist die nicht soooo spannend. Das Kriegsmuseum hab ich noch für den nächsten Tag aufgespart und daher bin ich nur ein bischen durch die Stadt gelaufen, hab die Katedrale, das Opernhaus und das Rathaus (samt Ho Chi Minh-Statur davor) angeschaut. Die im Reiseführer so großartig angepriesene Hauptstraße in der Innenstadt, die angeblich von Cafes usw. nur so gesäumt ist, fand ich leider etwas enttäuschend, ich hatte mir die irgendwie gemütlicher vorgestellt – und viele Cafes gab es auch nicht…

Mit meiner Unterkunft hatte ich aber ziemlich Glück (sie war mir von Leuten auf meiner Halong-Bay Tour empfohlen worden), bzw. mit den Leuten in meinem Dorm-Zimmer (das Zimmer war allerdings im 7. Stockwerk – ja, OHNE Fahrstuhl). Sie kannten sich alle schon etwas länger und haben mich netterweise aber an beiden Abenden die ich in der Stadt war mit zum Essen genommen und nachher waren wir jeweils noch auf ein Bier (oder zwei, oder einen Longdring) in ’ner Straßenkneipe. So fühlte ich mich, was die menschliche Komponente angeht, dann auch gleich sehr wohl… :-) .

Den Vormittag des nächsten Tages verbrachte ich mit der Besichtigung der Cu Chi-Tunnel im Westen von Ho Chi Minh City. Dort haben die Guerilla der Vietcong ein über 200km langes Tunnelsystem per Hand in den Boden gegraben um sich vor den Amerikanern zu verstecken. Das war ziemlich ausgeklügelt, hatte drei Ebenen und spezielle Abzüge von den Koch-Bunkern, damit der Rauch sie nicht verrät und später haben sie auch Chilli-Schoten benutzt um die Spürhunde abzulenken. Die Tunnel sind sehr (!) eng, und das obwohl sie sie nun schon erweitert haben, damit auch die dicken westlichen Touristen durchpassen….ich musste die ganze Zeit mit gebeugten Knien laufen, den Oberkörper fast 90 Grad gebeugt und bin trotzdem mit den Schultern an den Seiten angestoßen. Daher hab ich auch nach nur 20 Metern den ersten möglichen Ausgang genommen…

In dem ganzen Gebiet haben sie zudem noch Mienen ausgelegt und echt fiese Fallen für die Amerikaner aufgestellt, zum Teil mit angespitzten Bambuspfeilern…. Aber niemand hat ja behauptet das Krieg eine nette Angelegenheit ist….

Um den Tag „abzurunden“ bin ich danach gleich weiter ins Kriegsmuseum. Dort haben sie ganz viele Fotos, die zeigen was der Krieg mit den Menschen in Vietnam angerichtet hat. Die waren echt krass. Ich hab auch selten ein so leises Museum mit so vielen Leuten gesehen, die alle (!) Bilder samt Unterschrift bzw. Beschreibung angeschaut, bzw. gelesen haben.

Besonders das die Bevölkerung immer noch mit den Spätfolgen von Agent Orange zu kämpfen hat, war mit nicht so klar. Mit war zwar schon aufgefallen, dass man deutlich mehr Menschen mit Behinderungen sieht, als z.B. bei uns, aber der Zusammenhang mit Agent Orange ist mir nicht aufgegangen….

Nach dem doch recht anstrengenden Tag gings am nächsten Tag dann auch schon weiter, nicht nur in einer andere Stadt, sondern schon wieder in ein anderes Land, in die kambodschanische Hauptsstadt Phnom Penh…

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